Bild: Startseite von www.meta.ai
INSTAGRAM gibt alle Fotos für KI und für alle Nutzer frei – oder doch nicht?
Eine der weltweit größten Bildersammlungen auf Social Media wurde letzten Dienstag allen kreativen Menschen zur Nutzung mit KI zur Verfügung gestellt. Instagram gab alle Fotos frei, begehre sie, wer möchte.
Bei näherer Betrachtung offenbarte sich eine neue Software, die KI-Manipulationen für jeden Nutzer ermöglicht und gleich auch ein riesiges Bildarchiv dazu anbietet.
Mark Zuckerbergs META (Eigentümerin von Instagram, Facebook, Messenger und What‘s App) bringt neue, in seinen Superlabors entwickelte Software mit Namen „Muse Image“ auf den Markt - und bietet damit frohes Schaffen auf Instagram mit einem Berg von Motiven an, um alles mit KI zu verarbeiten, Unerwünschtes im Bild zu entfernen, neue Hintergründe einzuziehen oder überhaupt Teile des Bildes zu tauschen und ganz neue Bilder zu generieren.
Grenzenlos die Möglichkeiten, die allerdings einer hohen Zahl gespeicherter Fotos bedürfen - die aber ohnehin längst auf Instagram bereit stehen.
Dazu kommt, dass viele User ja dankbar sind, wenn sich jemand für ihre Bilder interessiert – es geht den meisten vor allem um Aufmerksamkeit. Sie haben dann wohl gar nichts dagegen, wenn ihre Fotos verändert, ja bis zur Unkenntlichkeit umgebaut, aus dem Zusammenhang gerissen und irgendwo - auch nur als Teil - wieder veröffentlicht werden.
Wo aber bleiben die Rechte der Urheber:innen?
Ganz einfach: Man hat beim Eintritt in die große Gesellschaft der Bildpräsentation auf Social Media die Geschäftsbedingungen akzeptiert und die Rechte zum weiteren Umgang ohne Kontrolle abgegeben.
Tatsächlich bietet Instagram allen Usern dazu eine aktualisierte Regelung an:
1. man kann sofort alle Bilder löschen; man ist dann allerdings raus,
2. man schaltet sein Instagram-Profil auf PRIVAT, was schützen soll,
3. man nutzt zunächst INSTAGRAM vorsichtiger, reduzierter oder
4. man akzeptiert - und macht weiter wie bisher!
In der offiziellen Pressemitteilung stellte Meta die Neuerung als „Einführung in die menschliche Kreativität“ vor. Der kritische Aspekt der Verletzung der Urheberrechte wurde verschwiegen. Man hat ja die freie Wahlmöglichkeit …
Spannend wird jedenfalls sein, wie europäische Gerichte diese Praxis beurteilen!
Doch halt! Alles anders, alles neu!
Meta nimmt nach Protesten den KI-Generator „Muse Image“ nach nur drei Tagen wieder vom Netz! Man habe auf Bedenken in Bezug auf den Datenschutz reagiert – so die Erklärung. Massive Kritik sorgte wohl für die Wiederherstellung der ohnehin bereits angegriffenen Ordnung.
Metas Reaktion: „Wir haben das Feedback gehört, dass diese Funktion ihr Ziel verfehlt hat, daher ist sie auch nicht mehr verfügbar“.
So einfach ist das!
Jetzt warten wir mal in Ruhe auf den nächsten Versuch . . .
Links:
https://www.tagesschau.de/ausland/amerika/meta-ki-bildgenerator-abgeschaltet-100.html
https://www.derstandard.at/story/3000000331100/meta-stoppt-umstrittene-bild-ki-nach-nur-drei-tagen